Damir Fister

Autor, Hobbyautist und eleganter Stadtstreicher

Man erzählt sich, dass der 1968 in Kroatien geborene Damir Fister im Alter von 2 Jahren ganz alleine auf einem aus Windeln und Socken erbauten Katamaran per Seeweg aus dem ehemaligen Gesamtjugoslawien nach München immigriert ist. Heute behauptet sein Vater, er wäre Kroate, seine Mutter dagegen ist sich sicher, dass er einem Onkel ähnelt, der mal Aborigines war. Grund seiner Flucht ins bayerische Exil, war die damals in Jugoslawien völlig legitimierte politische Verfolgung von Kleinkindern mit einem IQ über 60 – ein Quotient, der 40,5% über dem Durchschnitt aller slawischen Staatsoberhäupter zusammen liegt und auch heute noch als brandgefährlich eingestuft wird. Acht Monate dauerte die kurvenreiche Überfahrt, bis der kleine Junge letztlich, von seinen mit dem Traktor nachgereisten Eltern, am südlichen Isarufer aus der schäumenden Gischt gezogen wurde. Nach Jahrzehnten des Kindergartens und der Grundschule entlud sich sein Lernprozess in einer erfolgreichen Mittleren-Reife-Absolvenz und einem darauf folgenden Einzelhandelskaufmann-Studium. Nachdem er nach kaufmännischem Abschluss 6 Jahre lang seinen eigenen Fashionstore mit eigenem Modelabel betrieben hatte und des frühen Aufstehens überdrüssig wurde, fand er in der Nacht einen engen Vertrauten und widmete sich fortan der Türsteherei, dem Eventmanagement und des daraus resultierenden Clubbetreibertums. Zwei eigene Clubs, eine eigene Bar und über 20 Jahre Gastronomieerfahrung sorgten letztlich dafür, dass er seine Umgebung und die dazugehörigen Menschen mit anderen Augen sah und das Sein vom Schein zu unterscheiden vermochte.

Heute, als melierter Erwachsener, folgt er seiner wahren Berufung – der Schriftstellerei und der akribischen Beobachtung und Niederschrift fehlender Atome. Mittlerweile ist er pensionierter Stadtstreicher, Buch- und Drehbuchautor, Kolumnist, Landkreisproktologe und München-Referent. Da er seit seinem 4. Lebensjahr Weißbierabhängig ist, weiß er auch zu 100 Promille über diese hefeselige Stadt Bescheid und lächelt schüchtern, wenn man ihm während einer seiner in öffentlichen Toiletten abgehaltenen und restlos ausverkauften Podiums-Diskussionen Glauben schenkt.